Alles gepackt? Dann sende dir oder deiner Begleitung den Rucksack zu und zieh los!
Wenn ein Adliger im 18. Jahrhundert ganz modisch in Schlossnähe einen „Tiergarten“ anlegen ließ, dann hatte das mit dem heutigen Zoobesuch wenig zu tun.
Ein „Tiergarten“ im 18. Jahrhundert? Das klingt nach Zoo – war aber keiner. Keine Käfige, keine exotischen Tiere, kein Eis am Stiel. Stattdessen ging es um eines der absoluten Lieblingsvergnügen des Adels: die Jagd.
Hirsche, Rehe oder Wildschweine lebten hier in natürlicher Umgebung, allerdings gut umzäunt. Schließlich sollte die begehrte Jagdbeute nicht einfach in die freie Landschaft spazieren. Ordnung musste sein – und die herrschte auch im Aufbau des Tiergartens. Ganz im barocken Stil zog sich ein Netz aus schnurgeraden Alleen durch das Gelände. So kam die Jagdgesellschaft zielsicher voran, ohne sich im Unterholz zu verlieren.
Besonders typisch für diese Zeit: der sogenannte Jagdstern. Von einem zentralen Punkt aus führten die Wege strahlenförmig in alle Richtungen – ideal als Treffpunkt für Jäger, Hunde und Hörnerklang. Berühmtestes Beispiel: der Große Stern in Berlin mit der goldenen Siegesgöttin obendrauf. Eine „Gold Else“ sucht man im Velener Tiergarten zwar vergeblich, doch einen echten Jagdstern gibt es hier trotzdem. Ursprünglich sechsarmig angelegt, wurde er bei der historischen Rekonstruktion als vierarmige Wege- und Sichtachse wieder zum Leben erweckt.
Auch die Allee der „Langen Kieke“, die am ehrwürdigen Gemäuer der alten Fasanerie vorbeiführt, atmet noch heute barocke Gartenkunst. Ganz anders, aber mindestens genauso reizvoll zeigt sich der Tiergarten am Schloss Raesfeld: ohne Stern, dafür mit einer besonders romantischen, weitläufigen Natur.
Was beide Tiergärten im Naturpark Hohe Mark verbindet? Wunderschöne alte Baumbestände – schließlich wurde der Wald nicht zur Holzgewinnung angelegt –, geschickt eingebettete natürliche Gewässer und immer wieder herrliche Durch- und Ausblicke auf die benachbarten Schlossanlagen.
Heute sind die Tiergärten in Velen und Raesfeld perfekte Ziele für verträumte Bummeleien, romantische Spaziergänge und neugierige „Landstreifer“, die auf dem Rundweg „Auf den Spuren Graf Alexanders II“ unterwegs sind. Eine Portion Geschichte, viel Natur – und ja, auch ein Stern. Ländliches und Historisches ist es definitiv wert, um einzutauchen in „Andere Welten“ auf Tagestour der Hohe Mark RadRoute aus. Ein weiterer Tagestourentipp: „Historisch-Artesisch-Tierisch“
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