Sonne im Gesicht, Fernglas im Anschlag – und plötzlich ein Hauch von Italien. Oder Afrika. Und das mitten in NRW!
Denn im Zwillbrocker Venn tanzen rosafarbene Stelzvögel übers Wasser, stehen elegant auf einem Bein oder ziehen lautlos ihre Bahnen durch die Luft. Flamingos! Und nicht irgendwelche: Hier lebt tatsächlich die weltweit nördlichste Brutkolonie dieser faszinierenden Vögel.
Rund 70 Flamingos gehören aktuell zur Zwillbrocker Gruppe. Sie brüten hier, bleiben den Sommer über treu – und gönnen sich nur im Winter einen kurzen Abstecher ins Rheindelta. Wie sie ausgerechnet hierhergekommen sind? Die Geschichte beginnt vor etwa 35 Jahren: Zunächst tauchten einzelne Tiere auf, entflohen aus Zoos oder Privathaltungen. Doch aus Zufall wurde Beständigkeit – und schließlich eine stabile, sich selbst erhaltende Population.
Dass sich Flamingos im Zwillbrocker Venn so pudelwohl fühlen, liegt an einer zweiten Hauptattraktion des Schutzgebietes: der Lachmöwenkolonie. Sie ist die bedeutendste in ganz Deutschland. Angelockt wurden die Möwen einst von einem großen Flachwassersee – und mit ihren Exkrementen haben sie diesen gleich in eine perfekte Futterquelle für Flamingos verwandelt. Klingt ungewöhnlich, funktioniert aber hervorragend. Natur kann eben ziemlich clever sein.

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